Pneumokokken-Erreger

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind grampositive, bekapselte Bakterien. Sie besiedeln den Nasenrachenraum des Menschen und sind überwiegend asymptomatisch.1 Die Übertragung von Streptococcus pneumoniae erfolgt durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, z. B. beim Husten, Niesen oder Küssen.2 Die Erreger sind einer der häufigsten Auslöser von Erkrankungen des oberen und unteren Respirationstraktes wie Mittelohrentzündung (Otitis media), Sinusitis und Pneumonie. Besonders schwerwiegend sind invasive Pneumokokken-Erkrankungen wie Sepsis, Meningitis3 oder die ambulant erworbene Lungenentzündung (community acquired pneumonia = CAP).4

Erkrankungsverlauf Pneumonie und Sepsis

Jährlich erkranken in Deutschland über 660.000 Personen an einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP).4 Häufigster Erreger: Pneumokokken.5 Pneumonien zählen außerdem zu den häufigsten lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten.6 Sie sind mit hoher Letalität verbunden – vor allem im höheren Lebensalter, bei Komorbiditäten und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem.4 Eine Sepsis kann u. a. als Folge einer Lungenentzündung auftreten. Hierbei breiten sich Keime über den Blutkreislauf aus und können lebenswichtige Organe befallen. Um diese teilweise lebensbedrohlichen Komplikationen zu vermeiden, empfiehlt die STIKO die Pneumokokken-Impfung.1

Worin unterscheiden sich die Pneumokokken-Impfstoffe?

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Pneumokokken-Impfung zwischen reinen „Polysaccharidimpfstoffen“ (PPSV23) und „Konjugatimpfstoffen“ (PCV7, PCV10, PCV13).7  Bei beiden Impfstofftypen ist die Immunantwort auf die Pneumokokken-Impfung abhängig von den im jeweiligen Impfstoff enthaltenen Polysaccharid-Antigenen. Das sind sogenannte nicht-infektiöse Erregeranteile, gegen die das Immunsystem Antikörper bildet. Bei dem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) sind die im Impfstoff enthaltenen Polysaccharid-Antigene in reiner Form vorhanden, während bei den Pneumokokken-Konjugatimpfstoffen (PCV7, PCV10, PCV13) die Antigene an ein Protein gebunden („konjugiert“) sind.7 Aufgrund dieser speziellen Verbindung – die Polysaccharid-Antigene sind an ein Trägerprotein gebunden – können Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe die Immunantwort erheblich verstärken.7