Neurodermitis

Grundlagen1-3:

Neurodermitis oder auch Atopische Dermatitis (AD) ist die am häufigsten auftretende chronisch-entzündliche Hauterkrankung weltweit mit steigender Prävalenz besonders bei Kindern in Industrieländern1. Der Krankheitsverlauf ist rezidivierend, wobei einzelne Schübe in Dauer und Schwere variieren2. In akuten Phasen ist die AD charakterisiert durch das Auftreten von Ekzemen mit starkem Juckreiz, der zu schwerwiegenden Einschränkungen der Lebensqualität für Betroffene und deren Familien führen kann. Die AD tritt besonders häufig in Kombination mit anderen Erkrankungen des atopischen Formenkreises auf wie allergische Rhinokonjunktivitis und Asthma bronchiale, weswegen diese drei zusammen auch als atopische Trias bezeichnet werden3.

Mechanismus – Feedback-Loop4:

Charakteristisch für die Haut von Betroffenen ist eine Störung der hauteigenen Barrierefunktion und das verstärkte Vorkommen von Entzündungen in der Haut. Es ist nicht genau bekannt, welcher dieser beiden Mechanismen Hauptauslöser der Symptome ist, es ist aber bekannt, dass sie sich gegenseitig verstärken: Läsionen in der Haut begünstigen das Eindringen von Allergenen und Pathogenen in die unteren Hautschichten. Dort induzieren diese die Freisetzung von verschiedenen Zytokinen, die Entzündungen initiieren und verstärken können. Eine Entzündung in der Haut wiederum beeinträchtigt die Barrierefunktion der Haut, wodurch sich weitere Läsionen bilden können4.

Epidemiologie3,6,7:

  • Keine Geschlechtsunterschiede beim Auftreten der Erkrankung erfasst6
  • Beschwerden treten oft bereits in den ersten 6 Lebensmonaten zum ersten Mal auf und lassen mit der Zeit meistens nach3
  • Lebenszeitprävalenz von 0- bis 17-jährigen liegt bei 14,3 %6
  • Bei Erwachsenen sind 2 – 4 % betroffen7

Symptome8:

Das Hauptsymptom der AD bei über 85 % aller Betroffenen ist ein stark ausgeprägter Juckreiz, ausgelöst durch trockene Haut oder verschieden stark ausgeprägte Ekzeme. Zusätzliche Symptome sind meist Folgesymptome des Juckreizes (z.B. Schlafmangel oder Lichenifikation).

  • Pruritus (Juckreiz)7
  • Trockene, schuppige, rissige und gerötete Haut8
  • Schlafentzug (durch Juckreiz verursacht)8
  • Lichenifikation (Hautverdickung, durch vermehrtes Kratzen ausgelöst)8
  • Offener, verkrusteter oder nässender Ausschlag (Schub)8

 


Quellen:

  1. Bieber MD Ann Dermatol. 2010; 22(2): 125-137
  2. Langan SM et al. Arch Dermatol. 2006; 142(9): 1190-1196
  3. Avena-Woods C Am J Manag Care. 2017; 23(8 Suppl): S115-S123
  4. Kubo A et al. J Clin Invest. 2012; 122(2): 440-447
  5. Bin L et al. Allergy Asthma Clin Immunol. 2016; 12: 52
  6. Schmitz R et al. Bundesgesundheitsbl. 2014; 57: 771-778
  7. Brückmann H et al. Deutsche Apotheker Zeitung. 2018; 31: 42-45
  8. National Eczema Association. What is atopic dermatitis?. Website von NEA. https://nationaleczema.org/eczema/types-of-eczema/atopic-dermatitis/. Aufgerufen am 01.10.2021.