Herz oder Nerven? – Mechanismus der Transthyretin-Amyloidose

 

Bei einer Transthyretin-Amyloidose kommt es zu einer Destabilisierung des Transthyretin (TTR)- Proteins und zur Bildung von fehlgefalteten TTR-Proteinen, die zur Entstehung von Amyloidfibrillen führen.1 Die Amyloidfibrillen können sich an unterschiedlichen Kompartimenten des Körpers ablagern und dort zu schwerwiegenden Strukturveränderungen führen. Bei der ATTR-Amyloidose betrifft das in erster Linie die peripheren Nerven und/ oder das Herz. Demnach werden als Hauptmanifestationsformen die ATTR-Amyloidose mit Polyneuropathie (ATTR-PN) und die ATTR-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) unterschieden.

 

 

 

 

Eine ATTR-Amyloidose kann als Folge einer Mutation im Transthyretin-Gen als hereditäre Form (hATTR-Amyloidose) oder als altersbedingter Wildtyp (wtATTR-Amyloidose) auftreten. Eine ATTR-PN ist nach derzeitigem Kenntnisstand ausschließlich hereditär, während die kardiale Manifestation sowohl mutationsbedingt als auch – und das sehr viel häufiger – als Wildtyp auftreten kann. In Deutschland ist die überwiegende Zahl der Patienten mit hereditärer ATTR-Amyloidose von einer Mischform mit neurologischen und kardialen Symptomen betroffen.3

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Quellen

  1. Maurer MS et al., Circulation 2017,135:1357–1377
  2. Donnelly, J; Hanna M. Cleve Clin J Med. 2017;84(12 Suppl 3):12-26
  3. Hund E et al. Akt Neurol 2018; 45(08): 605-616
  4. Ando Y et al. Arch Neurol 2005; 62(7): 1057–1062
  5. Merlini G et al. J Intern Med 2004;255(2): 159–178
  6. Falk RH et al. N Engl J Med 1997; 337(13): 898–909
  7. Sekijima Y et al. Curr Pharm Des 2008; 14(30): 3219–3230