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 Besondere Bedrohung durch multiresistente gramnegative Bakterien 

Infektionen durch multiresistente gramnegative Erreger stellen aktuell die größte Herausforderung bei der Antibiotikatherapie dar. Durch eine Vielzahl an Resistenzgenen und der Exprimierung verschiedener Resistenzmechanismen können Bakterien die Antibiotikawirkung erheblich beeinträchtigen. Bei sogenannten multiresistenten Erregern stehen nur noch wenige wirksame Antibiotika zur Verfügung.
Bei Pseudomonas aeruginosa handelt es sich hierbei um einen besonders problematischen Erreger. Das Bakterium verfügt nicht nur über eine primäre Resistenz gegenüber zahlreichen Antibiotika, sondern auch zusätzlich über zahlreiche erworbene Mechanismen, die sich auch während der laufenden Therapie ausbilden können. Diese ermöglichen es ihm, die Antibiotikaaufnahme einzuschränken oder ganz zu blockieren. Sogenannte Effluxpumpen können sogar das Antibiotikum aktiv aus der Zelle herauspumpen. Das wandlungsfähige Bakterium produziert außerdem eine Vielzahl an Beta-Laktamasen und verfügt über hocheffektive Mechanismen, die verhindern, dass ein Antibiotikum überhaupt eindringen kann (Porindeletion). Gerade bei diesem Erreger ist es im Rahmen der Therapie überaus wichtig, verschiedene Antibiotika-Klassen zu testen, da sich die Resistenzen sehr schnell entwickeln bzw verändern können.

Folgen von Infektionen mit multiresistenten gramnegativen Bakterien:

  • Verlängerter Klinikaufenthalt
  • Erhöhung des Antibiotikaverbrauchs
  • zunehmende Resistenzen
  • Anstieg der Kosten
  • Erhöhte Mortalität18,19,20,21,22

Für Intensivpatienten sind Infektionen mit resistenten gramnegativen Erregern besonders kritisch, da diese infolge schwerer Grunderkrankungen oder größerer invasiver Eingriffe geschwächt und entsprechend prädisponiert sind und die Infektionen demnach nur teilweise durch verbesserte krankenhaushygienische Maßnahmen vermieden werden können1. Die EPIC-II-Studie zeigt, dass die Mehrheit der Infektionen bei Intensivpatienten durch multiresistente gramnegative Erreger verursacht wird9.
 
Beispiele für Infektionen mit multiresistenten gramnegativen Bakterien:

  • Harnwegsinfektionen (z.B. Carbapenem-resistente Klebsiella pneumoniae)
  • Blutstrominfektionen (z.B. Cephalosporin-resistente Escherichia coli)
  • Pneumonien (z.B. multiresistente Pseudomonas aeruginosa)
Kampf gegen Resistenzen und ihre weitere Ausbreitung

Die World Health Organization (WHO) sowie die Centers for Disease Control (CDC) haben verschiedene Erreger nach der Dringlichkeit des Bedarfs an neuen Antibiotika kategorisiert. Multiresistente Enterobacteriaceae sowie Acinetobacter- und Pseudomonas-Spezies, bei denen Carbapeneme keine Wirksamkeit mehr zeigen, werden als Erreger mit höchster Bedrohungsstufe und Dringlichkeit für die Entwicklung neuer Antibiotika bewertet25.

Infektionserreger mit höchstem Bedrohungspotential (WHO)

Priority 1: Critical

  • Acinetobacter baumannii, carbapenem-resistant
  • Pseudomonas aeruginosa, carbapenem-resistant
  • Enterobacteriaceae, carbapenem-resistant, ESBL-producing

Priority 2: High

  • Enterococcus faecium, vancomycin-resistant
  • Staphylococcus aureus, methicillin-resistant, vancomycin-intermediate and resistant
  • Helicobacter pylori, clarithromycin-resistant
  • Campylobacter spp., fluoroquinolone-resistant
  • Salmonellae, fluoroquinolone-resistant
  • Neisseria gonorrhoeae, cephalosporin-resistant, fluoroquinolone-resistant

Priority 3: Medium

  • Streptococcus pneumoniae, penicillin-non-susceptible
  • Haemophilus influenzae, ampicillin-resistant
  • Shigella spp., fluoroquinolone-resistant

Auch die Etablierung von Antibiotic-Stewardship-Programmen (ABS) ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Resistenzen und um einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken. Unter dem Begriff ABS werden Maßnahmen zusammengefasst, die einer Verbesserung der Antibiotikaverordnungspraxis und einem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika dienen.

Verantwortungsvolle Therapiekonzepte sind gefragt

Eine frühzeitige und adäquate Infektionstherapie ist bei intensivmedizinischen Patienten mit einer lebensbedrohlichen Infektion maßgeblich für das Überleben9,26. Für die Wahl der richtigen Antibiotikabehandlung sind Kenntnisse hinsichtlich patientenspezifischer Risikofaktoren sowie eine schnelle und adäquate mikrobiologische Diagnostik essentiell. Experten fordern zudem eine einen rationalen und maßvollen Einsatz von Antibiotika, insbesondere der Carbapeneme. Neue therapeutische Optionen sind somit notwendig, um im Rahmen eines rationalen Antibiotikaeinsatzes der weltweiten Ausbreitung resistenter Stämme entgegenzuwirken.

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Die Quellenangaben finden Sie hier.

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