Juvenile idiopathische Arthritis (JIA)

Definition und Einteilung1,2

Unter der juvenilen idiopathischen Arthritis werden alle bei Kindern und Jugendlichen vor dem vollendeten 16. Lebensjahr auftretenden Arthritiden mit einer Dauer von mindestens sechs Wochen und unklarer Ätiologie zusammengefasst. Andere mögliche Ursachen einer Synovitis müssen ausgeschlossen sein. Die JIA gehört zu den häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Derzeit werden nach der Klassifikation der „International League of Associations for Rheumatology“ (ILAR) sieben Subkategorien voneinander abgegrenzt. Die Zahl der betroffenen Gelenke und zusätzlich vorhandene Beschwerden wie Fieber, Hauterscheinungen oder der Nachweis von Rheumafaktoren innerhalb der ersten sechs Erkrankungsmonate und Familienanamnese entscheiden über die Zuordnung zu einer dieser Subkategorien. Alle Formen der JIA sind mit potenziell schwerwiegenden extraartikulären Manifestationen assoziiert. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Morbidität, Funktionsverlust im Alltag und Einschränkungen der Lebensqualität.

Epidemiologie3,5

  • Prävalenz: 0,07 – 4,01 je 1.000 Kinder3
  • Inzidenz: 0,008 – 0,226 je 1.000 Kinder3
  • Häufigkeit erhöht bei: bestimmten immungenetischen Faktoren, Mädchen überwiegen bei den meisten Subtypen5

Symptome4,5

Je nach Form der JIA kann sich das Erscheinungsbild deutlich unterscheiden. Zu den Allgemeinsymptomen gehören:

  • Schmerzen und Schwellungen u.a. der Hand-, Knie- und Sprunggelenke
  • Morgensteifigkeit der Gelenke
  • Gewichtsverlust, Müdigkeit oder Gereiztheit
  • Plötzliches Fieber
  • Flüchtiges feinfleckiges, nicht juckendes Exanthem an Oberkörper, Armen und Beinen
  • Systemische Symptome, wie z.B. Lymphadenopathie, Hepato- und/oder Splenomegalie
  • Uveitis anterior

Quellen:

  1. Petty RE et al. J Rheumatol. 2004;31:390–2.
  2. Ringold, S et al. Arthritis and Rheumatology. 2019.
  3. Manners PJ. J Rheumatol. 2002;29(7):1520-1530.
  4. Rietschel C. Orthopäde. 2012;41: 227–240.
  5. Cattalini M et al. Clin Rev Allergy Immunol. 2019;56(3):293-307.