Wir erzielen Fortschritte mit zielgerichteten Therapien bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC)

Zielgerichtete Therapien bieten bei bestimmten PatientInnengruppen häufig bessere Erfolgsaussichten als eine traditionelle Chemotherapie.

Durch die Erforschung der genetischen Beschaffenheit von Krebszellen konnten Forscher in den letzten Jahren neue Durchbrüche erzielen. Sie fanden heraus, dass die Folgen genetischer Mutationen von Krebszellen in einigen Fällen als Angriffspunkte für eine gezielte Therapie genutzt werden können. Die personalisierte Krebsmedizin ermöglicht es, die Auswirkungen von spezifischen Genveränderungen auf das Tumorwachstum gezielt zu unterbinden.

Für folgende Genveränderungen, auch onkogene Treibermutationen genannt, gibt es bereits verschiedene Präparate:

  • EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor): EGFR, auf Deutsch EGF-Rezeptoren genannt, sind Wachstumsfaktorrezeptoren, die auf der Oberfläche vieler Zellen vorkommen. Sie sind Proteine, die Informationen von Zelle zu Zelle weiterleiten. Eine Mutation in diesem Protein, kann zu unkontrolliertem Zellwachstum führen.
  • ALK (Anaplastic Lymphoma Kinase): Die Funktion dieses Rezeptors ist unbekannt. Bei Erwachsenen ist er nur in wenigen Geweben nachzuweisen. Mutationen des ALK-Gens können jedoch Wucherungen von Zellen auslösen, wenn sie durch die Fusion mit einem anderen Gen dauerhaft aktiviert werden.
  • ROS1 (ROS proto-oncogene 1): Ähnlich wie bei ALK, kann auch dieses Gen Wachstum von Krebszellen auslösen. Hierbei wird auch das ROS1-Gen durch eine Fusion mit einem anderen Gen dauerhaft aktiviert.

Bei rund 20 % aller PatientInnen mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs liegen eine dieser drei Genveränderungen zu Grunde.1,2


Pfizer führte 2012 in Deutschland das erste Medikament zur Hemmung der Tyrosinkinasen ALK und ROS1 ein. Inzwischen stellen wir in Deutschland drei Medikamente zur personalisierten Therapie von fortgeschrittenem Lungenkrebs zur Verfügung.

 

Molekularbiologische Tests geben Aufschluss

Um personalisierte Krebstherapien anzuwenden, müssen im Vorfeld molekulare Diagnose- und Testverfahren am Tumorgewebe durchgeführt werden. Tumorgewebe wird häufig bereits bei der Erstellung des Befundes entnommen. Wird eine solche Entnahme wiederholt, kann herausgefunden werden, ob sich die Tumorzellen genetisch verändert haben. ÄrztInnen können auf Basis des Tests abwägen, welche Behandlung individuell für die Patientin oder den Patienten am besten geeignet ist – und ob es ein passendes Medikament gibt, das die Chance auf eine wirksame Therapie erhöht.

Erfahren Sie hier mehr zur molekularbiologischen Testung


Referenzen:

  1. Pao W et al. New driver mutations in non-small-cell lung cancer. The Lancet Oncology 2011;12:175-80.  
  2. Sasaki T, Roding SJ, Chireac LR, Jänne PA. The biology and treatment of EML4-ALK non-small cell lung cancer. Eur J Cancer 2010;46(10):1773-1780. 

 

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