Was ist ein Biosimilar?

Biosimilars sind Arzneimittel, die aufgrund der Gesamtbeurteilung der Ähnlichkeit mit einem bereits vorhandenen Biologikum zugelassen wurden.1-3

  • Hohe Ähnlichkeit mit einem zugelassenen Biologikum (Referenzprodukt)
  • Keine klinisch bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit zum Referenzprodukt

Was ist ein Biologikum?

Gentechnologisch gewonnene Glykoproteine (synonym: rekombinante Proteine, Biologika, Biopharmazeutika) kommen seit mehr als 35 Jahren in der Humanmedizin zum Einsatz. Sie werden mithilfe gentechnisch veränderter, lebender Organismen wie etwa Bakterien, Hefen oder Säugetierzellen gewonnen. Während mit Bakterienkulturen nur nichtglykosylierte Produkte hergestellt werden können (bspw. Insulin, Filgrastim, Somatropin), erlaubt der Einsatz von Säugetierzellen-Zellen die Gewinnung von posttranslational modifizierten, glykosylierten Endprodukten (bspw. Erythropoetin).

Besonders komplex gestaltet sich die Herstellung rekombinanter monoklonaler Antikörper (MAB), da sie zusätzlich zur Glykosylierung ein hohes Molekulargewicht und eine besondere räumliche Faltung und Tertiärstruktur aufweisen.4

Wie unterscheiden sich Biosimilars von Generika?

Während identische generische Versionen von niedermolekularen Wirkstoffen chemisch hergestellt werden können, ist es aufgrund ihrer Komplexität nicht möglich, identische Versionen von Referenz-Biologika herzustellen.9 Biosimilars (und Referenzbiologika) werden in lebenden Zellen erzeugt und ihre Entwicklung und Herstellung erfordert umfangreiche Sachkenntnisse und modernste Technologien.8,10

 

Antikörpertherapie in der Onkologie
Bevacizumab: Biosimilar als äquivalente Therapie

Therapie aktuell, Sonderpublikation, Juli 2021

Der Einsatz von Biosimilars erfolgt auf Basis der Gesamtheit der Evidenz für eine hohe Ähnlichkeit zum Originator-Produkt und ist als kostensenkende Alternative in der Onkologie fest etabliert. Die Sonderpublikation gibt Ihnen einen Einblick in die Phase III-Äquivalenzstudie zum Vergleich von Zirabev® zum Originator und fasst Kernaspekte des Einsatzes von Biosimilars in der Onkologie zusammen.

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Quellen:

  1. Europäische Arzneimittel-Agentur. Guideline on similar biological medicinal products containing biotechnology-derived proteins as active substance: non-clinical and clinical issues. London, VK: EMA; 2014. http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/ Scientific_guideline/2015/01/WC500180219.pdf. Abgerufen am 24. Juli 2018. 
  2. US Food and Drug Administration. Scientific Considerations in Demonstrating Biosimilarity to a Reference Product: Guidance for Industry. Silver Spring, MD, USA: FDA; 2015. https://www.fda.gov/downloads/drugs/guidances/ucm291128.pdf. Abgerufen am 03. Januar 2019. 
  3. World Health Organization. Guidelines on evaluation of similar biotherapeutic products (SBPs). Geneva, Switzerland: WHO; 2013. https://www.who.int/biologicals/publications/trs/areas/biological_therapeutics/TRS_977_Annex_2.pdf?ua=1.
  4. Lipp HP, Lüftner D, Biosimilars im Einsatz gegen Brustkrebs. Refresher Gynäkologie 2019; 9: 1–12, zitiert nach Lipp HP. Krankenhauspharmazie 2018; 6: 253.
  5. National Center for Biotechnology Information. PubChem compound database. http://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/aspirin. Abgerufen am 19. März 2019
  6. National Center for Biotechnology Information. Structure summary MMDB. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/Structure/pdb/1HGU. Abgerufen am 21. März 2019. 
  7. Hepner F et al., Proteome Sci 2005, 3 (1): 1.
  8. Kozlowski S et al., N Engl J Med 2011, 365 (5): 385-388.
  9. Ryan AM,  Vet Pathol 2015, 52 (2): 419-426.
  10. Mellstedt H, EJC Suppl 2013, 11 (3): 1-11.