Colitis ulcerosa (CU)

Definition und Einteilung1

Colitis ulcerosa ist eine chronische Erkrankung, bei der eine oberflächlich-mukosale bis submukosale Entzündung des Rektums charakteristisch ist. Im Verlauf kann das gesamte Kolon betroffen sein, meist in unterschiedlich starker Ausbreitung von distal nach proximal. Neben Morbus Crohn ist sie die häufigste chronisch-entzündlich Darmerkrankung (CED) in Deutschland. Klinisch zeigen sich meistens blutig-schleimige Durchfälle, wobei es wie beim Morbus Crohn auch zu extraintestinalen Symptomen kommen kann. In schweren Fällen kann es zu lebensbedrohlichen Blutungen oder zum toxischen Megakolon kommen. Dabei handelt es sich um eine Überblähung des Dickdarms, welche zu einer Perforation und folglich zu einer Peritonitis führen kann.

Epidemiologie1-3,5

  • Prävalenz: 412 pro 100.000 Einwohner = ca. 320.000 Menschen von CU in Deutschland betroffen2,5
  • Inzidenz: 3,1 – 4,97 pro 100.000 Personen-Jahre3
  • Krankheitsbeginn: Prinzipiell kann Colitis ulcerosa in jedem Lebensalter auftreten, in der Regel macht sich die Krankheit im Alter von 20–30 Jahren das erste Mal bemerkbar5
  • Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen1

Symptome1,4,6

Die Symptome können zu Beginn der Krankheit recht unspezifisch sein und zunächst gar nicht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hindeuten. Der natürliche Verlauf der Colitis ulcerosa ist charakterisiert durch Episoden von Krankheitsschüben, die sich mit Phasen der Remission abwechseln.

  • Krampfartige Bauchschmerzen, häufig im linken Unterbauch verstärkt
  • Stuhlunregelmäßigkeiten mit schleimigen oder auch blutigen Durchfällen
  • Häufiger Stuhldrang
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust

Quellen:

  1. Atreya R et al. Dtsch Med Wochenschr. 2015;140:1762–1772.
  2. Hein R. et al. Scandinavian Journal of Gastroenterology. 2014: 1325-1335.
  3. Siew C Ng et al. The Lancet. 2017.
  4. Johannink, J et al. Lege Artis - Das Magazin Zur Ärztlichen Weiterbildung. 2016, letzter Aufruf: 17.07.2020.
  5. Bokemeyer B et al. Gastroenterologe. 2017;6:447-455.
  6. Ungaro R et al. The Lancet. 2017; 389: 1756–70.

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